Musik des Mittelalters

Ein ungewöhnliches Instrumentarium, ein vielfältiges Programm und mitreißende musikalische Interpretation: Das Ensemble Triskilian begeisterte mit seinem Konzert für den Kulturverein Papenteich das Publikum in der Meiner Kirche St. Stefani mit mystischen Pilgerliedern und leidenschaftlichen Minnegesängen des Mittelalters. Ungewöhnlich etwa die Nyckelharpa auch Schlüsselfiedel genannt, die meisterlich von Dirk Kilian und Jule Bauer gespielt wurden. Oder aber die Rahmentrommel, deren klangliche Faszination Christiane Hübner höchst professionell vermittelte. Und nicht zuletzt Thomas Wallert mit seinem einfühlsamen Trommelspiel. Doch auch Harfe und Langhalslauten sowie Drehleier und Dudelsack gehörten zum Handwerkszeug der Bamberger Musiker, die ihre gesanglichen Qualitäten gleichsam eindrücklich und intonationssicher unter Beweis stellten.

Das Quartett nahm die etwa 50 Zuhörer mit auf eine Zeitreise ins tiefste Mittelalter und präsentierte Querschnitte aus Handschriften wie den Cantigas de Santa Maria. Daraus wurden die Pilgerlieder lebendig, wie sie wohl auf dem Jakobsweg im spanischen Galizien des 13. Jahrhunderts erklangen. Doch auch Lobpreisungen der Natur der großen Mystikerin Hildegard von Bingen sowie Marienlieder von Raimbaut de Vaqueiras aus dem 11. und 13. Jahrhundert waren zu hören.

In seinem Programm überraschte das Ensemble ebenso mit traditionellen Stücken der Juden Spaniens, sowie Werken aus dem osmanischen Kulturkreis. Tiefe Leidenschaft blitzte bei den Minnegesängen eines Walter von der Vogelweide auf.